TRANSHUMAN ART CRITICS (Emma Nilsson, Emil Schult, Lothar Manteuffel, Max Dax) betrachten die Evolution der Elektronischen Musik und Kunst aus der Perspektive der erweiterten Menschen. Die Beobachtungen werden als audio-visuelle Werke präsentiert, deren archäologischen Funde sich mit der Wahrnehmung der Zukunft vereinen.


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TRANSHUMAN ART CRITICS


Wir leben in der Gleichzeitigkeit von Gegenwart und Zukunft. Was bis vor Kurzem noch im Feld der Science-Fiction und Prophezeiungen verhandelt wurde, ist heute im Zuge des Fortschritts Wirklichkeit geworden: Quantencomputer, Künstliche Intelligenz, Planet Hopping bilden den neuen Horizont.
Transhuman Art Critics beschäftigen sich mit den Zeichen dieser neuen Realität. Sie prozessieren Ideen, Fragen und Antworten — und gießen sie in Songs, Texte, Bilder, Filme und Performances. Transhuman Art Critics treten daher auch nicht nur in Konzerthallen auf, sondern auch in Museen und immer wieder besonderen Orten.
Kritik beschreibt die Kunst zu urteilen: Wer bin ich? Wo komme ich her? Wo gehe ich hin? Was bedeutet Ewigkeit? Kann der Sternenhimmel gelesen werden als Notation? Das sind Fragen, die sich auch die künstlich intelligenten Roboter stellen werden, sobald sie ihr Bewusstsein entdecken. Einige Antworten haben Transhuman Art Critics bereits jetzt gefunden: Wir sind immer jünger als die Zukunft. Der Mensch ist auch Datenstrom.
Der Begriff Hyperconnectivity beschreibt die Verbundenheit von Information. Bevor der Mensch gesprochen hat, hat er gesungen. Werden die Roboter also singen, um miteinander zu kommunizieren? Oder werden sie sich telepathisch austauschen? Das Smartphone als Prothese ist erst der Anfang, denn der Mensch ist sowohl verbunden mit dem Kosmos — wie auch mit dem Plastikmüll, den er produziert. Vor allem aber machen Transhuman Art Critics elektronische Musik. Abstrakte Kompositionen und Songs lösen sich ineinander auf und finden gegebenenfalls in einzelnen Spuren wieder zusammen. Verbunden wird die Musik stets mit dichten Bildwelten in Videos und Projektionen. Synästhesie als Möglichkeit der Verbundenheit.


www.transhumanartcritics.com


Transhuman Art Critics sind Emil Schult (Kraftwerk, Elektric Music), Lothar Manteuffel (Rheingold, Elektric Music), Emma Nilsson und Max Dax.

Das Debütalbum von Transhuman Art Critics erscheint in 2020.

EMIL SCHULT (*1946)


ist ein Maler, Dichter und Musiker, dessen Werk von Zeichnungen und Texten im Geiste von Fluxus reicht, zu Songtexten und Pattencover, die Popgeschichte geschrieben haben, und zur Hinterglasmalerei, deren Motive über den Zustand und die Voraussetzungen des Menschen reflektieren. In Jahr 1972 beginnt Schult die künstlerische Zusammenarbeit mit den Kraftwerk-Gründern Ralf Hütter und Florian Schneider. Als Künstler Freunde schaffen sie den Musik Comic für das Album ‘Ralf und Florian’ sowie die Cover für ‘Autobahn’, ‘Radio-Aktivität’ und zusätzliche Grafiken für weitere Alben. In den nächsten Jahren schreiben sie Texte und Klang-Poesie für ‘Autobahn’, ‘Radio-Aktivität’, ‘Das Model’, ‘Taschenrechner’, ‘Computer Welt’ u. a.


Seit Mitte der 1980er spezialisiert Schult sich auf Video und computergenerierte Bilder sowie auf die historische Technik der Hinterglasmalerei. Sein Interesse liegt auf dem visionären Potential der Kunst und seine jüngsten Gemälde reflektieren so die Verbindung zwischen dem Menschen, dem elektronischen Mikrokosmos und der ungeheuren Weite des (Welt-)Raums.


www.emilschult.de

EMMA NILSSON (*1974)


"Der Zweck der Musik ist es, so wie es immer war, Freude in das Leben zu bringen, das wir leben / Dass das Leben jetzt mehr als jemals zuvor in der Geschichte den Geist einschließt / Die Technologie hat unsere Fähigkeit, sich von einem Ort zum anderen zu bewegen, nicht erweitert / Die Technologie hat das erweitert, was McLuhan als das zentrale Nervensystem bezeichnete / Die gesamte Schöpfung ist jetzt ein einziger Geist / Und dieser Geist muss mit sich ins Reine kommen / Damit er sich nicht gegen sich selbst spaltet / Damit es Freude geben kann, am Leben zu sein mit allen / Anderen Menschen auf demselben Planeten.” Diese Überlegungen von John Cage beeinflussten Emma Nilssons Umgang mit Musik und Technologie. Sie tauchte zudem gleichermaßen ein in die Musik von Oskar Sala, von Terry Riley und Steve Reich, Scott Walker und Harry Partch. Aber wenn sie mit ihrer Stimme auftritt, ist es, als würde ein Laserstrahl auf einen Diamanten treffen, der Lichtstrahlen wie auch Vorstellungen von Vergangenheit und Zukunft verbreitet.


www.emmanilsson.ch

LOTHAR MANTEUFFEL


Lothar Manteuffel ist der Überzeugung, dass Stille die radikalste Musik ist. Er und Emil Schult sind seit Mitte der 1970er Jahre, als sie ihre erste Band gründeten, befreundet. In den folgenden Jahren erforschten sie gemeinsam die sich rasant entwickelnde Technologie der Computermusik und Wissenschaft in Europa sowie in den USA. In den 1980er und 1990er Jahren wirkte Manteuffel als Komponist, Texter und Produzent an zahlreichen nationalen und internationalen Produktionen mit, darunter Rheingold und Elektric Music. Seit 2000 setzen Manteuffel und Schult ihre Experimente mit zeitgenössischer Kunst und Musikprojekten im wissenschaftlichen Kontext fort, was zu einer neuen Suche in der Erforschung hybrider musikalischer Konzepte führte.


www.lotharmanteufel.com